Claude Cowork

Claude Cowork im Umgang mit Prüfungsunterlagen

Dateien sichten, Anforderungen zuordnen und Rückfragen vorbereiten. Wo ein KI-Agent die Arbeit rund um PBC-Listen unterstützen könnte und welche Beispiele es bereits gibt.

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Sobald Unterlagen eintreffen, beginnt die Sichtung. Das Prüfungsteam gleicht Zeiträume und Gesellschaften ab und ordnet die Dateien den offenen Anforderungen zu. Gerade bei mehreren Lieferungen braucht es Zeit, den Überblick zu behalten.

Ein Agent könnte bei der Sichtung Vorarbeit übernehmen. Für die Kanzlei wäre vor allem eine Übersicht interessant, in der Zuordnungsvorschläge zu den jeweiligen Dateien zurückführen und ungeklärte Punkte sichtbar bleiben.

Vom Dateibestand zur Übersicht

Anthropic beschreibt in der Claude Academy, wie Cowork verstreute Dokumente für eine SOC-2-Prüfung ordnet. Dazu gehören ein Verzeichnis und eine Zuordnung zu Anforderungen.

Daran lässt sich für die PBC-Arbeit in österreichischen Kanzleien anknüpfen. Eine bestehende Anforderungsliste könnte die Sichtung strukturieren, mit Zuordnungsvorschlägen und offenen Punkten je Listenposition.

Die fachliche Durchsicht setzt bei diesen Vorschlägen an. Das Team beurteilt, ob die zugeordnete Unterlage inhaltlich genügt und als Prüfungsnachweis geeignet ist.

Präzisere Nachforderungen

Ein besonders passendes Branchenbeispiel liefert Armanino. Die US-Kanzlei setzt Claude in einer eigenen Anwendung ein, um Rückmeldungen zu falsch eingereichten Dokumenten verständlicher zu formulieren.

Das Problem ist auch hier nachvollziehbar. Wenn ein Klient nur erfährt, dass eine Unterlage nicht passt, beginnt leicht eine weitere Rückfragerunde. Eine Erklärung, was genau fehlt und welche Unterlage stattdessen benötigt wird, kann die Zusammenarbeit erleichtern.

Armanino hat die Anwendung auf Basis von Claude über Amazon Bedrock entwickelt und in den eigenen Arbeitsablauf eingebunden. Das Beispiel zeigt, wie eine gezielte KI-Anwendung die Kommunikation rund um Unterlagen unterstützen kann.

Zugang und Befugnisse gehören zum Arbeitsablauf

Cowork kann über freigegebene Werkzeuge Dateien lesen und Aktionen ausführen. Anthropic erläutert die Zugriffsarten in seinen Hinweisen zum Einsatz von Cowork.

Die Kanzlei legt fest, welche Arbeitsschritte der Agent übernehmen darf. Ein sinnvoller Einstieg sind Vorschläge in einer separaten Übersicht. Für Änderungen an Originaldateien und den Versand von Rückfragen lassen sich eigene Freigabepunkte vorsehen.

Wo die Unterstützung ansetzt

Wir sehen den Ansatz vor allem bei wiederkehrender Sichtungsarbeit mit vielen Unterlagen. Das Ziel ist, Dateien leichter aufzufinden und Unklarheiten früher zu erkennen. Eine Übersicht mit Verweisen auf die Originale gibt dem Team einen gemeinsamen Ausgangspunkt für die weitere Bearbeitung.

Ein vorhandenes Kanzleiportal kann bereits einen Teil dieser Arbeit abdecken. Vor einer zusätzlichen Lösung lohnt daher der Blick darauf, wo tatsächlich noch manuell nachgearbeitet wird.

Beim Einsatz mit Klientenunterlagen gehören Datenschutz und Verschwiegenheit zur Einrichtung. Die Kanzlei bestimmt, welche Bestände zugänglich sind und wer Ergebnisse einsehen darf. Die österreichische Datenschutzbehörde bietet eine erste datenschutzrechtliche Einordnung.

Die Arbeit an der Liste selbst behandeln wir im Beitrag zu ChatGPT.

Quellen und weitere Hinweise

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